Die Laudatio der Jury
Würde ein Film-Team zu ihnen kommen und sagen: „Wir möchten einen Film über ALLES machen. Alles, worum es wirklich geht.“ Man würde ihnen wahrscheinlich mit einem müden Kopfschütteln antworten, sie vielleicht belächeln. Doch das Team von Monikondee hat es gemacht. Mutig – größenwahnsinnig vielleicht – aber wer auf eine neue Art etwas sagen will, der muss sich trauen.
Im Film Monikondee – übersetzt Money Land – ist das Geld der Störfaktor.
Der Bootsmann Boogie – der auf die vielleicht berührendste Art und Weise „OOo-kayy“ sagen kann – nimmt uns mit auf seine Transport-Reisen auf dem Maroni-Fluss in Surinam. Die Reisen führen uns zu Gemeinschaften, die entlang dieses Flusses leben oder sich dort Arbeit aufgebaut haben und die mehr und mehr über ihre Bedürfnisse verbunden sind, statt über ihre Solidaritäten.
Der Film navigiert fast tänzerisch leicht zwischen schweren Themen wie Klimawandel, den Auswüchsen des Kapitalismus, kolonialen Strukturen und geopolitischen Machtspielen. Durch die Nahbarkeit seiner Protagonist:innen und den Mut zum kaleidoskopischen Erzählen ermöglicht uns Monikondee, Geopolitik auf der Ebene von wahren Erfahrungen zu verstehen. Die Menschen in diesem Film sind, was sie tun, und tun, was sie sind. Wir beobachten eine kollektive Anstrengung voller Widersprüche, einen Haufen Systemfehler und den Versuch verschiedener Gemeinschaften, damit umzugehen. Mal, indem man sich dem „bösen System“ verweigert und an alten Traditionen festhält, mal, indem man den Goldgräbern, die den Fluss vergiften, Ölfässer liefert, um selbst überleben zu können.
In diesem Film sind die Protagonist:innen auch Macher:innen, sie entscheiden selbst, wer sie sind für die Kamera und welche Geschichte erzählt werden soll.
Ein Film, der sich niemals selbst in den Vordergrund drängt und in jeder Minute seine mutige Offenheit bewahrt. Denn: EVERYTHING IS CONNECTED – ALLES IST VERBUNDEN.